Das machen wir
Ziel der Maßnahme ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern, durch Wiederverwendung sowie Second-Hand-Nutzung Treibhausgasemissionen zu reduzieren und gleichzeitig Bürger*innen und Unternehmen niedrigschwellige Informationen und Beratung zum Thema Abfallvermeidung und Recycling anzubieten. Damit wird nicht nur das Aufkommen von Abfällen gesenkt, sondern auch die Nachfrage nach Neuprodukten und den damit verbundenen Ressourcen- und Energieaufwand verringert. Eine zentrale Anlaufstelle soll zudem konkrete Tipps für den Alltag geben – vom verpackungsfreien Einkaufen bis hin zur richtigen Trennung und Abgabe von Wertstoffen – und zugleich Unternehmen unterstützen, ihr Verpackungsaufkommen zu reduzieren. Das Kölner Zero-Waste-Konzept bildet hierfür den Rahmen und sieht verschiedene Ansätze vor: Gebrauchtwarenkaufhaus („Ort gegen Verschwendung“ / „Circular Mall“): Nach Vorbildern aus Berlin, München oder Hamburg soll eine zentrale Einrichtung geschaffen werden, in der Möbel, Kleidung, Elektrogeräte und Alltagsgegenstände aufbereitet und wiederverkauft werden. Die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit Sozialträgern, gemeinnützigen Organisationen und bestehenden Akteuren. Ergänzt wird dieses Angebot durch Repair-Cafés, Upcycling-Workshops, Tauschbörsen, Bildungsangebote, Ausstellungen oder auch eine abfallarme Gastronomie. So entsteht ein öffentlicher Treffpunkt, der Kreislaufwirtschaft erlebbar macht und zugleich soziale Funktionen erfüllt. Kommunale Anlaufstellen und Second-Hand-Läden: Durch dezentrale Standorte wie Tauschregale, Fundusverkäufe oder weitere Abgabestellen sollen Bürger*innen in allen Quartieren die Möglichkeit haben, Produkte weiterzugeben oder gebraucht zu erwerben. Besondere Schwerpunkte können z. B. bei Baby- und Kinderkleidung gesetzt werden. Ergänzend können Konzepte wie eine „Bibliothek der Dinge“ oder begleitende Bildungsangebote die Wiederverwendung stärken. Dezentrale Wertstoffannahmestellen: Zusätzliche Sammelstellen für Bioabfall, Papier, Metalle oder Wertstoffe verbessern die Möglichkeit zur Abgabe und fördern die stoffliche Verwertung. Wiederverwendung von Baumaterialien: Beim Abriss des Bezirksrathauses Innenstadt werden Materialien und Einbauten systematisch ausgebaut, aufbereitet und über Plattformen wie Concular vermarktet. Damit werden Abfälle und Deponierung reduziert und die in den Materialien enthaltene graue Energie eingespart. Insgesamt entstehen durch diese Maßnahmen zentrale und dezentrale Orte der Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Beratung. Sie verankern Kreislaufwirtschaft in unterschiedlichen Konsumbereichen – von Kleidung über Alltagsgegenstände bis hin zu Baumaterialien – in der Stadtgesellschaft und leisten damit einen Beitrag, Ressourcen, Kosten und Treibhausgasemissionen einzusparen, Abfallströme zu reduzieren, Recycling zu stärken und die Bevölkerung dauerhaft für Kreislaufwirtschaft zu sensibilisieren.